Roseneibisch, Chrysantheme, Goldrute, Mandarinenrose, Oleander: Wunderschöne Blüten erfreuen das Auge. Auch exotisch anmutender Bambus und eine prächtige Efeuwand gehören dazu. Sind wir in einem Botanischen Garten oder gepflegten Park? Nein, dieser Anblick erwartet uns jetzt im September, wenn wir in den gärtnerisch überaus ansprechend gestalteten Innenhof des Berliner City-Hotels „Gate Garden“ kommen. Diese ruhige „grüne Oase“ inmitten der turbulenten Großstadt ist das Highlight des 4-Sterne-Boutique-Hauses „The Gate Garden Hotel“ in der Invalidenstraße 122. Eine echte Überraschung! Welche weiteren Annehmlichkeiten diese noble Herberge so bietet – davon konnten sich unlängst 10 Reise- und Gastronomiejournalisten vom Team „Hotelpoint International“ vor Ort überzeugen.
Von Manfred Weghenkel
Berlin ist bekannt für große Hotelnamen, internationale Ketten und immer neue Designhotels. Doch zwischen den mächtigen Häusern der Hauptstadt gibt es auch die kleinen, individuellen Adressen, die ihren eigenen Charakter pflegen. Eine davon ist das The Gate Garden Hotel in der Invalidenstraße 122 in Berlin-Mitte. Es befindet sich in einem denkmalgeschützten klassizistischen Altbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Über viele Jahre war das in Privatbesitz befindliche Traditionshaus als Honigmond Garden Hotel bekannt. Im Zuge des erweiterten Berliner The Gate-Konzeptes – einer Kombination aus Boutique-Hotel , flexiblen Arbeitsräumen und Eventflächen – wurde das Haus Anfang 2025 in die Marke integriert und erhielt den neuen Namen The Gate Garden Hotel.

Schon der Name ist Programm: Hinter dem eher großstädtisch wirkenden Umfeld verbirgt sich ein 100 Jahre alter grüner Innenhofgarten, der dem Hotel eine erstaunliche Ruhe verleiht. Wer von der Invalidenstraße kommt, taucht gewissermaßen aus dem Berliner Großstadtbetrieb in eine kleine, abgeschirmte Welt ein. Das Hotel selbst beschreibt den Garten als „grünes Kleinod“ – und tatsächlich gehört dieser Innenhof zu den besonderen Pluspunkten des Hauses.







Das The Gate Garden Hotel versteht sich ausdrücklich als Boutique-Hotel. Statt standardisierter Zimmer nach dem Muster großer Hotelketten setzt man auf individuell gestaltete Räume und eine eher persönliche Form der Gastlichkeit. Den Gästen stehen 32 Zimmer, Studios und Apartments zur Verfügung. Die Räume unterscheiden sich in Gestaltung und Ausstattung; teilweise gibt es Garten- oder Stadtblick, einige Unterkünfte verfügen über Terrasse oder Balkon. Interessant sind insbesondere die Studios und Apartments: Sie besitzen eine kleine Pantryküche und einen Wohnbereich und richten sich damit nicht nur an klassische Kurzurlauber, sondern auch an Gäste, die einige Wochen oder länger in Berlin bleiben möchten. Das Haus positioniert sich deshalb ausdrücklich auch im sogenannten Long-Stay-Segment.




Die verkehrsgünstige Lage ist ein weiteres Kapital des Hauses. Die Invalidenstraße führt mitten durch Berlin-Mitte; Friedrichstraße, Unter den Linden, Museumsinsel, Hackescher Markt und Alexanderplatz sind nicht weit entfernt. Gleichzeitig liegt das Hotel nicht unmittelbar an einer der touristischen Hauptmeilen. Das sorgt für einen interessanten Gegensatz: draußen Großstadt, drinnen Gartenruhe. Auch die Gästebewertungen bestätigen diesen Eindruck. So weist z. B. die Buchungsplattform Booking.com für das Haus derzeit eine Gesamtbewertung von 8,8 von 10 Punkten aus; besonders hoch fallen die Bewertungen für die Lage mit 9,3 und das Personal mit 9,6 aus. Rund 750 Bewertungen bilden dabei eine durchaus aussagekräftige Erfahrungsbasis.


Da das Hotel kein eigenes Restaurant hat, gehört zum Konzept ein zünftiges Frühstück, das bei schönem Wetter im Garten eingenommen werden kann. Geworben wird mit frisch zubereiteten Speisen und einem persönlichen Frühstücksangebot. Gerade dieser Aspekt passt zum Charakter des Hauses: Nicht die möglichst große Auswahl eines internationalen Frühstücksbuffets steht im Vordergrund, sondern eher das Gefühl, in einer privaten Berliner Gartenidylle in den Tag zu starten. Das ist sicherlich eine der Stärken des Hauses. Wer in Berlin übernachtet, sucht schließlich nicht unbedingt ein Hotel, das genauso aussehen könnte wie in Hamburg, München oder Madrid. Ein kleiner Garten mitten in Mitte ist dagegen eine durchaus eigenständige Berliner Besonderheit.


Hinter The Gate steht ein etwas umfassenderes Konzept. Die Betreiber Kristin Rieve und Rainer Wendt verbinden das Hotel mit weiteren Angeboten unter der Marke The Gate: An der nahegelegenen Torstraße gibt es flexible Büroräume sowie Meeting- und Veranstaltungsflächen. Das Unternehmen versteht The Gate damit als Verbindung von Arbeiten, Übernachten und Begegnung. Rechtlich tritt die Gate Service GmbH als Betreiber des Konzepts mit den beiden Geschäftsführern Kristin Rieve und Rainer Wendt auf. Diese Verbindung von Hotel, Arbeiten und Veranstaltungen ist für ein kleineres Berliner Haus durchaus zeitgemäß. Sie erklärt auch, warum The Gate nicht einfach nur als „Übernachtungsbetrieb“ positioniert wird, sondern als eine Art kleines urbanes Netzwerk. Persönlicher Charakter als Trumpf Im Vergleich mit den großen Berliner Hotelketten ist die Größe des Hauses zugleich Stärke und Begrenzung.

Hier gibt es keinen anonymen Hotelbetrieb mit mehreren hundert Zimmern, riesiger Lobby und standardisiertem Service. Dafür darf der Gast Individualität und Lifestyle erwarten – und genau damit versucht The Gate Garden zu punkten. Das spiegelt sich auch in den Gästestimmen wider. Gelobt werden vor allem die freundlichen Mitarbeiter, die ruhige Atmosphäre, der Garten und die zentrale Lage. Eine typische Bewertung beschreibt das Hotel als „Kleinod mitten in der Stadt“. Natürlich sollte man von einem Boutique-Hotel dieser Größenordnung nicht die Infrastruktur eines Fünf-Sterne-Hauses erwarten. Wer mehrere Restaurants, eine große Wellnesslandschaft, Roomservice rund um die Uhr oder ein umfangreiches Konferenzzentrum sucht, wird sich vermutlich eher bei den großen Berliner Häusern umsehen. Wer dagegen Individualität, zentrale Lage, Ruhe und einen gewissen Berliner Charme höher bewertet, findet hier ein bemerkenswertes Gegenmodell zur anonymen Hotelwelt.

Gerade darin liegt der Reiz des The Gate Garden Hotels. Berlin-Mitte ist längst ein hart umkämpfter Hotelstandort. Zwischen internationalen Ketten, Serviced Apartments, Luxusadressen und preisorientierten Budgethäusern versucht das kleine Haus nicht, durch Größe zu beeindrucken. Sein Pfund ist vielmehr die Kombination aus historischem Berliner Altbaucharakter, individuell eingerichteten Zimmern, privatem Garten, persönlicher Betreuung und einer ausgesprochen zentralen Lage. Man könnte es deshalb als ein Hotel für diejenigen beschreiben, die Berlin erleben möchten, ohne nach einem langen Stadttag auch noch in einer austauschbaren Hotelwelt zu landen. Kurz gesagt: Das The Gate Garden ist kein Hotelpalast und will es offensichtlich auch gar nicht sein. Es ist ein kleines, eigenständiges Berliner Boutique-Hotel, dessen größtes Kapital vielleicht genau das ist, was in einer dicht bebauten Metropole besonders kostbar geworden ist: ein Stück Ruhe und Grün mitten in der Stadt. Die Chefin: „Nahezu zwei Drittel der Gäste sind Deutsche. Aus dem Ausland kommen insbesondere Amerikaner, Briten und Niederländer.“

Wirtschaftlich scheint das relativ kleine Hotel mit nur 10 festen Mitarbeitenden ordentlich dazustehen. „Die durchschnittliche Auslastung im Jahr liegt bei – für Berliner Verhältnisse – guten 60 Prozent mit Luft nach oben“, meint die Direktorin.
Und wie sieht das Preisniveau des urbanen 4-Sterne-Boutique-Hotels mit Lifestyle-Charakter aus? Die Zimmerpreise variieren je nach Kategorie, Saison und Buchungszeitraum ab etwa 137 Euro pro Nacht. Das Frühstück kostet 18 Euro je Person.
Die „grüne Oase mitten in Berlin“ verlassend, nimmt der Gast ein kleines Stück Ruhe und Gelassenheit mit. Dieses Hotel der besonderen Art zeigt, wie charmant Berlin sein kann, wenn es nicht versucht, cool zu sein. Man kommt sicher gern wieder.
Redaktion, Layout und Fotos (18): Manfred Weghenkel
Weitere Informationen: www.thegate.berlin









































Spannend einmal aus erster Hand zu erfahren, wer ihn unter welchen Bedingungen gebaut hat. Dieser Frage widmet sich nun ein Buch aus der Feder des damaligen Oberbauleiters Jürgen Ledderboge. Der inzwischen 88-jährige aus Sachsen stammende Baufachmann schildert in dieser verdienstvollen Publikation mit dem Titel „Friedrichstadtpalast – vom Neubau zum Denkmal“ als Insider und Zeitzeuge wesentliche Etappen in der Historie des legendären Revue- und Showtheaters. Das Buch mit 200 Seiten und zahlreichen Abbildungen wird im März 2025 im Passage-Verlag Leipzig erscheinen, kann aber schon jetzt dort bestellt werden.



