Von Manfred Weghenkel

Es gibt Orte in Berlin, die kennt eigentlich jeder – und kennt sie doch nicht wirklich. Schwanenwerder gehört ganz sicher dazu. Man fährt am Wannsee entlang, sieht die kleine Brücke, vielleicht ein paar Villen hinter Bäumen und Mauern, und fragt sich unwillkürlich: Was spielt sich eigentlich dahinter ab? Frank Schüttig hat sich genau dieser Frage angenommen. Sein neues Buch „Schwanenwerder – Trauminsel am Wannsee“ führt auf eine kleine Insel, die auf den ersten Blick vor allem idyllisch wirkt, bei näherem Hinsehen aber ein erstaunlich dichtes Stück Berliner Geschichte erzählt. Es geht um Geld und gesellschaftlichen Aufstieg, um großbürgerliche Lebenswelten, jüdische Schicksale, NS-Regime und Nachkriegszeit – und natürlich um die berühmten Bewohner, die Schwanenwerder über Jahrzehnte zu einem besonderen Berliner Mythos gemacht haben.

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