Von Manfred Weghenkel
Bekanntlich planen schon jetzt, mitten im kalten Winter, viele ihre diesjährigen Urlaubsreisen. Ein beliebtes Sommerziel dürfte auch 2026 die bulgarische Schwarzmeerküste sein, zumal zu Jahresbeginn in dem EU-Land der Euro eingeführt wurde. Aus dem charmanten Städtchen Pomorie kamen unlängst der langjährige Bürgermeister Ivan Aleksiev und ein Mitarbeiter nach Berlin, um im Bulgarischen Kulturinstitut an der Leipziger Straße vor rund 60 Touristikern und Reisejournalisten seine traditionsreiche Kommune in Wort und Bild zu präsentieren. Dabei auch die namhafte bulgarische Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Ana Kocheva aus Sofia. Veranstaltet wurde das anregende Event von Tihomir Patarinski, Erster Sekretär der Botschaft Bulgariens und Leiter der Abteilung Tourismus, gemeinsam mit dem Mediennetzwerk CTOUR. Was war Interessantes über Pomorie, der nach Varna und Burgas drittgrößten Stadt an der bulgarischen Schwarzmeerküste zu erfahren?
Pomorie ist eine kleine, lebendige Stadt an der südlichen Schwarzmeerküste Bulgariens, nur etwa 20 km nördlich von Burgas gelegen. Sie thront auf einer schmalen Halbinsel, die rund 3,5 km ins Schwarze Meer ragt, und verbindet Strandurlaub mit Geschichte, Wellness und Kultur.

Mit rund 14.000 Einwohnern hat Pomorie den typischen Charme einer kleineren Küstenstadt – von Frühjahr bis Herbst bevölkern sie zusätzlich viele Besucher und Tourist:innen, im Winter wirkt sie ruhiger und familienfreundlich.
Tourismus: Ist hier mehr als nur Sommerurlaub. Traditionell ist Strand- und Meertourismus der wirtschaftliche Herzschlag der Stadt, ergänzt durch Balneo- und SPA-Angebote, für die Pomorie wegen seiner warmen, mineralreichen Gewässer und Heilschlämme bekannt ist.
Letztes Jahr wurden mehr als 120.000 Tourist:innen im Stadtgebiet registriert – das ist mehr als achtmal so viel wie die Einwohnerzahl. Und: Knapp 30 Prozent der Besucher kamen außerhalb der klassischen Sommersaison an die Küste, ein Indiz dafür, dass Pomorie langsam auch zu einem ganzjährigen Reiseziel werden will.
Die offizielle Sommersaison wird Anfang Juni mit einem großen Konzert am Strand eröffnet – ein Zeichen dafür, wie wichtig Tourismus für Stadt und Region geworden ist.

Strategie & Projekte: Motto „Neu denken – neu wachsen“. Pomorie verfolgt aktuell eine nachhaltige Modernisierungs- und Diversifizierungsstrategie: Die Stadt will sich als attrakties SPA- und Gesundheitszentrum an der Schwarzmeerküste positionieren.
Ein ehrgeiziges Ziel ist die Eintragung des antiken thrakischen Hügelgrabs (auch „The Hollow Mound“) auf die UNESCO-Welterbeliste – das soll mehr kulturelle Besucher anziehen. Strände und der Fischerhafen tragen die begehrte Blaue Flagge für Umweltqualität – ein Plus für nachhaltigen Tourismus. Zudem laufen EU-geförderte Projekte zur nachhaltigen Entwicklung der Kommune (z. B. Wasser- und Umweltmaßnahmen).

Kultur & Identität: Das aus einer thrakischen Siedlung entstandene Pomorie blickt auf eine jahrtausendelange Geschichte zurück – in der Antike hieß die Stadt Anhialo. Heute zeugen archäologische Stätten, das Salzmuseum und das historische Altstadtviertel von dieser Vergangenheit.
Stimmung & Lage: Pomorie wirkt im Sommer lebhaft und international, im Winter eher gelassen, aber nicht ausgestorben – was viele Reisende und Bewohner als charmanten Mix erleben. Die Nähe zum Flughafen Burgas macht sie zudem verkehrsgünstig für Besucher aus ganz Europa.
Welches sind die schönsten Sehenswürdigkeiten und Highlights in und um Pomorie?
Die stimmungsvolle Altstadt mit ihren engen Gassen, kleinen Cafés und historischen Häusern ist ideal für gemütliche Spaziergänge. Am Seepier und an der Strandpromenade kann man bei Sonnenuntergang frischen Fisch essen, Leute beobachten oder einfach das Meer genießen.

Ein historisch bedeutender Ort ist das uralte Kloster „St. Georg der Sieger“. Es wurde auf den Überresten eines Thraker- und später byzantinischen Heiligtums errichtet. Die heutige Kirche stammt aus dem 19. Jahrhundert. Interessant auch die alten Ikonen und die Quelle mit Heilwasser im Innenhof.
Pomorie war historisch ein Zentrum der Salzgewinnung aus dem Meer – und das wird im besuchenswerten Salzmuseum lebendig. Man kann hier Techniken der Salzgewinnung kennenlernen und traditionelle Salzpfannen sehen, die zum Teil noch heute in Betrieb sind.
Ein echtes Naturjuwel ist der Pomorie-Salzsee. Diese hypersaline Lagune ist wichtig für Salzabbau, natürliche Schlamm-Therapie und Vogelbeobachtung. Rund 260 Vogelarten sind hier zu sehen – ein Paradies für Naturfans (und ein toller Fotospot!).

Unweit der Stadt liegt das Thrakische Hügelgrab „The Hollow Mound“ – eine 1.800 Jahre alte Grabkammer mit einem runden Innenraum und einem hohlen Mittelpfeiler. Diese Anlage ist einmalig in der Region – ein spannender Blick in die Antike.
Ebenfalls besuchenswert ist das Historische Museum Pomorie. In einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert bietet es eine schöne Übersicht der regionalen Geschichte – von der Antike über das Mittelalter bis zur Neuzeit, inklusive Fundstücke aus der Umgebung.

Seit 2023 sind über dem Meer bei der alten Stadt neue Fontänen-Installationen mit Licht- und Musikshows zu sehen – ein beliebter Magnet am Abend fürs Fotografieren und Flanieren.
Als weitere Aktivitäten bieten sich Mud- & Spa-Behandlungen an. Die mineralreiche, schwarze Schlamm-Therapie am Pomorie-See gehört zu den lokalen Wellness-Highlights. In der Sommer-Saison lohnt sich auch ein Besuch im Wasserpark mit Rutschen und Spaß für Familien.
Nicht zuletzt lohnen sich von Pomorie aus Tagesausflüge nach Nessebar mit der UNESCO-Altstadt oder in die Küstenstädte Burgas und Sozopol – besonders wenn man mehr bulgarische Geschichte erleben möchte.
Text und Porträtfotos (2): Manfred Weghenkel
Titelfoto und Fontänenmotiv: KI-generated; 3 weitere Fotos: WikimediaCommons































Spannend einmal aus erster Hand zu erfahren, wer ihn unter welchen Bedingungen gebaut hat. Dieser Frage widmet sich nun ein Buch aus der Feder des damaligen Oberbauleiters Jürgen Ledderboge. Der inzwischen 88-jährige aus Sachsen stammende Baufachmann schildert in dieser verdienstvollen Publikation mit dem Titel „Friedrichstadtpalast – vom Neubau zum Denkmal“ als Insider und Zeitzeuge wesentliche Etappen in der Historie des legendären Revue- und Showtheaters. Das Buch mit 200 Seiten und zahlreichen Abbildungen wird im März 2025 im Passage-Verlag Leipzig erscheinen, kann aber schon jetzt dort bestellt werden.




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