Von Manfred Weghenkel
Unweit des Potsdamer Platzes, gleich neben der S-Bahnstation Anhalter Bahnhof und der ikonischen Event-Arena Tempodrom mit den markanten zeltartigen Dachspitzen, erhebt sich eine weitere architektonische Perle: das Hotel „The Posthouse Berlin Potsdamer Platz“. Das verkehrsgünstig im Herzen der Hauptstadt gelegene eindrucksvolle Gebäude aus den 1930er Jahren mit der denkmalgeschützten beigefarbigen Klinkerfassade ist heute ein Top-Anziehungspunkt für nach Berlin kommende Touristen und Geschäftsreisende. Was diese noble Herberge der „Leonardo Limited Edition“ auf 4-Sterne-Level ihren Gästen so bietet, das erkundeten kürzlich neun Reisejournalisten vom Team „Hotelpoint International“ vor Ort.






In der großzügigen, weiträumigen Lobby begrüßte General Manager Falk Bartels die Medienschaffenden gemeinsam mit PR & Communication Managerin Rosa Ortega Sanchez und Sarah Mandel, die für Guest Relations verantwortliche Mitarbeiterin. Der Gastgeber hieß die Journalisten mit dem erfrischenden Berliner Traditionsgetränk „Mampe Airline Spritz“ herzlich willkommen, dem als Fliegercocktail international bekannt gewordenen Produkt aus dem nahen Stadtteil Kreuzberg. Das war durchaus symbolisch zu verstehen, denn das Hotel fühlt sich zu Recht eng mit der Berliner Tradition verbunden. Natürlich informierte der engagierte Hoteldirektor ausführlich über die spannende Geschichte und das heutige Profil des Komforthotels im Zentrum der Hauptstadt.

Das nach umfassender Renovierung und Modernisierung am 1. September 2025 neu eröffnete Haus ist Teil der internationalen Kette Leonardo Hotels, die zur israelischen Fattal Hotelgroup gehört. Die Marke wurde in Europa ab 2006/2007 aufgebaut und ist heute mit über 200 Hotels besonders stark in Deutschland, Österreich, Großbritannien und anderen europäischen Ländern vertreten. Allein in Deutschland betreibt Leonardo mehr als 60 Häuser – davon fünf in Berlin – und gehört damit zu den größten Hotelketten hierzulande. Und das Unternehmen expandiert, wie Falk Bartels betonte, zielgerichtet weiter…

The Posthouse Berlin, wo einst Millionen Briefe und Pakete ihren Weg durch die Hauptstadt fanden, empfängt heute eines der spannendsten Lifestyle- und Designhotels Berlins seine Gäste. Dafür sorgen 57 feste Mitarbeiter:innen, die aus mehreren Ländern kommen. Die Geschäfte laufen offenbar recht gut. „Wir haben eine durchschnittliche Auslastung von 78 Prozent“, berichtete der Hotelchef. Für die stark umworbene riesige Berliner Hotelbranche sei das für ein relativ neu an den Markt gekommenes Haus ein stattliches Ergebnis.


Das teilweise denkmalgeschützte Gebäude wurde in den 1930er Jahren als Postverteilzentrum errichtet und entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Logistikstandorte der Stadt – zeitweise sogar zum größten Briefverteilzentrum der Welt. Hier herrschte rund um die Uhr Betrieb, wurden Nachrichten sortiert, Verbindungen geschaffen und Berliner Stadtgeschichte geschrieben.



Mit dem Wandel der Hauptstadt begann auch für das markante Backsteingebäude mit Sandsteinelementen ein neues Kapitel. Nach einer umfassenden Umnutzung zog das Crowne Plaza Berlin – Potsdamer Platz ein und etablierte sich viele Jahre als feste Adresse für Geschäftsreisende und Städtetouristen. Anfang 2025 übernahm Leonardo Hotels das traditionsreiche Haus und investierte in eine umfassende Modernisierung. Zimmer, öffentliche Bereiche und Gastronomie wurden mit viel Fingerspitzengefühl neu gestaltet – immer mit dem Ziel, die Geschichte des Hauses sichtbar zu bewahren. Anfang September 2025 eröffnete das Hotel schließlich als The Posthouse Berlin und wurde gleichzeitig das erste Haus der exklusiven Leonardo Limited Edition in der Hauptstadt.


Heute verbindet das Haus seine außergewöhnliche Vergangenheit mit zeitgemäßem Komfort und einer unverwechselbaren Atmosphäre. Das von dem renommierten Wuppertaler Innenarchitekten Andreas Neudahm entwickelte Gestaltungskonzept greift die Geschichte des ehemaligen Postgebäudes bewusst auf. Historische Details, grafische Elemente, Materialien und Symbole erinnern an die frühere Nutzung. Markantes Beispiel: die blauen Farbakzente, die sich besonders an der Rezeption, aber auch in der Lobby und in anderen Bereichen wiederfinden. Sie sind eine Reminiszenz an die Kaiserliche Post, deren traditionelle Hausfarbe Blau war. Gleichzeitig verweisen sie auf das Adelsgeschlecht Thurn und Taxis, das über Jahrhunderte das Postwesen in weiten Teilen Europas prägte. Anleihen aus dem frühen 20. Jahrhundert verleihen den Räumen einen eleganten, traditionsbewussten Charakter. So entstand aber kein nostalgisches Museum, sondern ein Hotel mit authentischer Identität – modern, hochwertig und zugleich tief in der Berliner Geschichte verwurzelt.


Dass die Vergangenheit hier nicht nur Kulisse ist, sondern Teil des Hotelerlebnisses, zeigt sich an vielen Stellen. Das Interior greift Motive aus der Welt der Post auf, historische Gestaltungselemente treffen auf hochwertige Materialien, warme Farben und Designklassiker mit Anklängen an die Goldenen Zwanziger. Das Ergebnis ist ein Ambiente, das Tradition und Moderne ganz selbstverständlich miteinander verbindet – stilvoll, urban und mit einer guten Portion Berliner Charakter.


Mit 256 modern-eleganten, hochwertig ausgestatteten Zimmern und Suiten, acht funktionellen Veranstaltungsräumen, einem attraktiven Fitness- und Wellnessbereich mit Sauna und Dampfbad sowie dem einladenden The Post Bar & Restaurant bietet das Hotel alle Annehmlichkeiten eines zeitgemäßen Stadthotels.


Die offen gestaltete Küche unter Leitung von dem aus der Ukraine stammenden Chefkoch Pablo Pal .lässt sich auf die Formel bringen: Berliner Klassiker mit regionalen und saisonalen Zutaten zeitgemäß interpretiert. Dies bedeutet, dass klassische Rezepte ihre Wurzeln und ihren Wiedererkennungswert behalten, aber mit modernen Techniken, Zutaten oder einer neuen Präsentation weiterentwickelt werden. Ziel ist nicht, die Tradition zu ersetzen, sondern sie an heutige Essgewohnheiten und kulinarische Trends anzupassen.



Einige typische Gerichte fällig? Da wären z. B. als Vorspeisen Brandenburger Büffelmozzarella aus Jüterbog oder Tatar vom Brandenburger Rind, Berliner Blumenkohl mit Butter-Semmelbrösel und Walnüssen oder Königsberger Klopse mit Kapernsoße und Roten Beten als Hauptgang, sowie neu interpretierter Kalter Hund oder Auswahl vom Urstrom-Käse aus Baruth als Dessert. Die aktuelle Speisekarte weist insgesamt 14 kulinarische Köstlichkeiten in der Preisspanne von 8 bis 42 € aus. Da kommen wohl Gourmets voll auf ihre Kosten.
Apropos Kosten! Das The Posthouse Berlin positioniert sich im gehobenen Vier-Sterne-Segment. Preislich bewegt es sich auf einem Niveau, das für moderne Designhotels in zentraler Berliner Lage üblich ist. Übernachtung ab 89 € pro Zimmer und Nacht (Einstiegspreis, abhängig von Verfügbarkeit und Saison). Frühstücksbuffet: 28 € pro Person, sofern nicht in einer Rate enthalten.


Als Fazit des Besuches in diesem designorientierten Lifestyle-Hotel bleibt festzuhalten: Die interessante Geschichte des Hauses ist überall spürbar – nicht aufdringlich, sondern charmant und authentisch. So ist das The Posthouse Berlin heute weit mehr als eine komfortable Unterkunft: Es ist ein akzentuiert urbanes Hauptstadr-Hotel mit Vergangenheit, Persönlichkeit und einem unverwechselbaren Flair, das den Bogen von der traditionsreichen Berliner Postgeschichte bis zur modernen Lifestyle-Hotellerie schlägt.
Text, Layout und Fotos (26): Manfred Weghenkel
Weitere Informationen: www.leonardo-hotels.com




































Spannend einmal aus erster Hand zu erfahren, wer ihn unter welchen Bedingungen gebaut hat. Dieser Frage widmet sich nun ein Buch aus der Feder des damaligen Oberbauleiters Jürgen Ledderboge. Der inzwischen 88-jährige aus Sachsen stammende Baufachmann schildert in dieser verdienstvollen Publikation mit dem Titel „Friedrichstadtpalast – vom Neubau zum Denkmal“ als Insider und Zeitzeuge wesentliche Etappen in der Historie des legendären Revue- und Showtheaters. Das Buch mit 200 Seiten und zahlreichen Abbildungen wird im März 2025 im Passage-Verlag Leipzig erscheinen, kann aber schon jetzt dort bestellt werden.



