Von Manfred Weghenkel

Der Bus rollt und rollt weiter – und steht doch an einer Weggabelung. Zwischen wachsender Nachfrage im öffentlichen Nahverkehr, einer wiedererstarkten Bustouristik und den großen Themen der Verkehrswende sucht die Omnibusbranche nach ihrem Profil im Mobilitätsmix von morgen. Während Reisebusse wieder gut  gebucht sind, ringen viele Unternehmen im ÖPNV mit Finanzierung, Fahrermangel und den Anforderungen der Dekarbonisierung. Der Omnibus bleibt damit ein Schlüsselakteur der Verkehrswende – bodenständig, flexibel, umweltfreundlich und nahe an den Menschen. Doch wie sehen die nächsten erfolgversprechenden Schritte dieses Modells zwischen politischem Anspruch, wirtschaftlicher Realität und neuen Mobilitätskonzepten aus?
 

Große Erwartungen dazu weckt auch in diesem Jahr die alle zwei Jahre in Berlin stattfindende Fachmesse BUS2BUS. Sie gilt als die wichtigste Plattform für die Bus- und Mobilitätsbranche in Europa. Am 15. und 16. April 2026 auf dem Messegelände am Funkturm in zwei weiträumigen Hallen und dem dortigen Freigelände veranstaltet, richtet sie sich vor allem an Fachbesucher aus Bus- und Verkehrsbetrieben, Industrie, Politik und Technolgieunternehmen. Träger und Organisatoren sind die Messe Berlin und der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo).

In einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 9. März 2026 heißt es: Mit mehr als 140 Ausstellern aus 22 Ländern, über 50 Bussen, vier Bühnen und über 100 Sessions zeigt die BUS2BUS 2026 in Berlin die ganze Bandbreite der Busmobilität und vereint die Branche an einem Ort. Erwartet werden etwa 4.000 Fachbesucher:innen.

Als praxisorientierte Business-Plattform bringt die BUS2BUS in ihrer 5. Ausgabe Verkehrsunternehmen, Hersteller, Zulieferer, Technologieanbieter und politische Akteur:innen gezielt zusammen und schafft einen Rahmen für Investitionsentscheidungen und strategische Orientierung in einer Phase tiefgreifender Branchenveränderungen.

Kerstin Kube-Erkens, Direktorin der BUS2BUS, betont: „Die BUS2BUS 2026 zeigt die Transformation der Branche nicht theoretisch, sondern in der praktischen Umsetzung. Unternehmen müssen heute unter realen wirtschaftlichen und betrieblichen Bedingungen entscheiden. Genau dafür schaffen wir eine Plattform, auf der Lösungen erlebt, bewertet und im direkten Austausch weitergedacht werden können.“

Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo: „Wer wissen will, wohin sich die Busbranche entwickelt, darf die BUS2BUS nicht verpassen. Sie steht für Innovation, Austausch und politische Impulse und ist der Ort, an dem Unternehmerinnen und Unternehmer die entscheidenden Ideen und Lösungen für die Zukunft des Busverkehrs im ÖPNV und in der Touristik mitnehmen – von Digitalisierung bis hin zum autonomen Fahren.“

Unter dem Leitmotiv „Die Zukunft ist unser Antrieb“ verbindet die BUS2BUS 2026 Fachmesse, Bühnenprogramm und Live-Erlebnisse zu einem integrierten Format mit klarem Umsetzungsfokus. Im Mittelpunkt stehen konkrete, skalierbare Lösungen für die Transformation der Busmobilität – von emissionsfreien Antrieben über Digitalisierung bis hin zu neuen Betriebs- und Geschäftsmodellen unter realen betrieblichen Bedingungen.

Die BUS2BUS 2026 verzeichnet bereits im Vorfeld ihrer fünften Ausgabe eine hohe Ausstelleranfrage und reagiert mit zwei Hallen und verdoppelter Ausstellungsfläche auf die starke Nachfrage aus der Branche. Aussteller präsentieren Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Busmobilität – von Fahrzeugen über Systeme bis hin zu digitalen Services und Infrastruktur.

Führende Hersteller wie Daimler Buses, MAN, BYD, OTOKAR, Scania Deutschland, VinFast, Iveco Magirus, Karsan, MCV, SOR und Irizar/Higer nutzen die Plattform gezielt zur Positionierung ihrer aktuellen und zukünftigen Fahrzeuglösungen. Parallel setzen zentrale Systemlieferanten und Technologieanbieter wie ZF Friedrichshafen, IVU Traffic Technologies, OPES Solar Mobility, TO-ZERO electric vehicles, H2 MOBILITY, Fogmaker, Trapeze, Wattkraft, Zenobē und Spheros wichtige Akzente entlang der technologischen Wertschöpfungskette. Ergänzt wird das Line-up durch Mobilitätsanbieter wie BVG und DB Regio sowie das Bundesverkehrsministerium und bildet damit das gesamte Bus-Ökosystem aus Industrie, Betrieb, Technologie und Regulierung ab.

Die BUS2BUS 2026 setzt konsequent auf Praxisorientierung und nutzt ein 16.000 m² großes Außengelände für Live-Demonstrationen und Testdrives. Fahrzeuge werden dort nicht nur präsentiert, sondern aktiv im Einsatz gezeigt – in unterschiedlichen Einsatzszenarien und unter realitätsnahen betrieblichen Bedingungen.

Über 50 Busse in verschiedenen Größen und Antriebskonzepten machen die Veranstaltung zu einer der praxisnächsten Plattformen der Branche – vom autonomen Kleinbus über Stadt- und Überlandbusse bis hin zum modernen Reisebus. Für Verkehrsunternehmen und Entscheider:innen ermöglicht dieser Ansatz eine fundierte Bewertung neuer Technologien im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Einsatzfähigkeit.

Das Fachprogramm mit über 100 Sessions auf vier Bühnen wird von mehr als 120 internationalen Speaker:innen aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Praxis gestaltet und ergänzt die Fachmesse um einen fundierten inhaltlichen Rahmen. Im Fokus stehen zentrale Branchenthemen wie Dekarbonisierung, Digitalisierung, neue Betriebsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen.

Die Future Forum Stage widmet sich strategischen Zukunftsthemen wie bedarfsgerechter Mobilität, Next Generation Mobilität sowie Transformation & Change in der Busbranche und umfasst unter anderem die bdo-Politik-Talks zu aktuellen verkehrs-, wirtschafts- und europapolitischen Fragestellungen.

Die Deep Dive Stage vertieft die Inhalte mit Best Practices und praxisnahen Diskussionen zu operativen Branchenthemen. Die Partner Stage stellt konkrete Lösungen für das Tagesgeschäft in den Mittelpunkt – von E-Mobilität und emissionsfreien Antrieben über Fachkräftemangel bis hin zur Kostenentwicklung im ÖPNV und autonomer Mobilität. Sie wird in Kooperation mit den bdo-Landesverbänden entwickelt und gestaltet.

Ergänzt wird das Programm durch eine vierte Bühne als Live-Podcaststudio: Die siebente Staffel des BUS2BUS-Podcasts BUS2Talk wird direkt vor Ort aufgezeichnet und macht den Branchendialog unmittelbar erlebbar.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) gestaltet die BUS2BUS als ideeller Partner aktiv mit. In Halle 25 ist der Verband mit einem eigenen Stand vertreten und bietet Fachbesucher:innen eine zentrale Anlaufstelle für Austausch zu aktuellen Branchenfragen und politischen Rahmenbedingungen.

Mit der erstmals zur BUS2BUS konzipierten Partner Stage rücken Themen in den Mittelpunkt, die direkt aus den Regionen und Betrieben stammen. Entwickelt und verantwortet in Kooperation mit den bdo-Landesverbänden, bietet sie einen authentischen Blick aus der Praxis. Hier werden zentrale Fragen der Branche praxisnah und lösungsorientiert diskutiert – gemeinsam mit Unternehmen und politischen Entscheider:innen vor Ort.

Ein politischer Höhepunkt der BUS2BUS 2026 ist die Teilnahme von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am offiziellen Eröffnungsrundgang über das Ausstellungsgelände. Auch sein Ministerium ist mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten.

Neben technologischen Innovationen adressiert die BUS2BUS 2026 gezielt den Fachkräftebedarf der Branche. Mit einem erweiterten Young Professionals-Programm und dem erstmals stattfindenden Busfahrer:in Tag rückt die Messe Fachkräfte, Nachwuchs und operative Berufe in den Fokus und stärkt damit die personelle Basis der Transformation der Busmobilität.

Redaktion, Layout und Fotos (4): Manfred Weghenkel

Titelbild und weitere Illustrationen: KI-generiert

Web-Informationen: www.bus2bus.berlin