Von Manfred Weghenkel
Schon beim Abbiegen mit dem Auto von der B5 oder beim Aussteigen aus dem vom Bahnhof Elstal kommenden Bus weht einem der vertraute Duft von Erdbeermarmelade und warmem Waffelteig entgegen. Doch diesmal mischt sich etwas Neues hinein: der würzig-fruchtige Geruch des Erdbeer-Döners, der als kulinarische Attraktion seit Frühjahr 2025 in Karls Erlebnis-Dorf Elstal angeboten wird. Erfunden hat ihn Karls-Inhaber Robert Dahl, wobei die Idee aus einem Aprilscherz entstanden sein soll. Nun gibt es dort gleich einen ganzen Erdbeer-Döner-Themenbereich samt riesigem Fahrgeschäft – eine überdimensionale Gabel, die einen Döner aufspießt und Besucher durch die Luft wirbelt. Gleich nebenan lockt die schon länger vorhandene, ebenfalls riesige Kartoffelsack-Rutsche. Was ist hier noch so alles zu erleben?


Der Eingang zum Erlebnis-Dorf wirkt wie ein Scheunentor in eine andere Realität. Ankommen im Erdbeer-Universum. Denn in dem 2014 in Elstal eröffneten Areal dreht sich traditionell, wie auch in den anderen sieben Karls-Erlebnis-Dörfern, alles um die köstliche Frühjahrs- und Sommerfrucht Erdbeere. Wie sagte schon der Poet? „In jeder Erdbeere schläft ein Sonnenstrahl, geküsst vom Duft warmer Tage.“



An einem Stand kann man Mitarbeiter sehen, die frische Marmelade in Gläser abfüllen. Nebenan gibt es eine Präsentation der verschiedenen Marmeladensorten. Auch ein Info-Stand ist hier vorhanden.

Gleich hinter dem Eingang beginnt ein großer Markt mit Hofladen-Charakter, wo man jede Menge Erdbeer-Produkte bekommt,wieSeifen, Chips und Likör, aber auch Deko-Artikel und Lebensmittel (z. B.köstliche Landbrotsorten) findet.
In der riesigen Halle wird aber auch gearbeitet. In der Bonbon-Manufaktur zieht ein Mitarbeiter Zuckermasse wie einen glänzenden Faden; und die Kinder davor schauen begeistert zu. Ein paar Schritte weiter brodelt duftend die Marmeladenküche.


Das Außengelände ist riesig, fast dorfartig angelegt. Über 60 Fahrgeschäfte und andere Attraktionen erfreuen Jung und Alt. Dazu gibt es viele kleine Ecken, die man erst beim zweiten Hinsehen entdeckt. Gerade das macht den Reiz eines Rundganges aus. Man bemerkt ständig etwas Neues – ob Irrgarten, Mini-Zoo, Hüpfburg, Spielplatzund anderes.

Ein besonderer Publikumsmagnet ist natürlich auch die in einer eigenen Halle untergebrachte „Eiswelt“ –eine attraktive Eisskulpturen-Ausstellung auf rund 2.000 qm Fläche. Drinnen wird es schlagartig stiller. Gedämpftes Licht, konstant um die 11Minusgrade, damit die Kunstwerke erhalten bleiben. Deshalb tragen fast alle einen dort bereitgestellten wärmenden Umhang.
Hunderte Tonnen Eis sind hier verarbeitet. Internationale Künstler gestalten die Figuren. Raffinierte Beleuchtung sorgt für bunte Effekte in Blau, Grün, Rot und Transparent. Zu sehen, ja zu bewundern sind aufwendig in Eis geschnitzte Figuren, Szenen und Geschichten. Es gibt Eisrutschen und interaktive Elemente. Eine kleine Eisbar bietet Getränke an. Früher wurde die Eiswelt regelmäßig komplett neu aufgebaut. Heute läuft sie eher als „ewige Metamorphose“. Künstler verändern die Skulpturen immer wieder, auch während der Öffnung, was das Zusehen besonders spannend macht.





Der typische Aufenthalt in dieser visuell beeindruckenden Schau, die von vielen als „märchenhaft“ empfunden wird, dauert etwa 10 bis 20 Minuten, je nach Kälte-Toleranz der Besucher.
Die Kälte dringt langsam durch die Schuhe, während man sich von Figur zu Figur bewegt. Kinder drücken ihre Hände gegen das Eis, Erwachsene zücken ihre Foto-Handys, und irgendwo knirscht es leise unter den Schritten. Es ist ein kompletter Stimmungswechsel – draußen Trubel, hier fast schon museale Ruhe. Nur eben bei minus Temperaturen.

Zurück im Freien, wirkt die warme Luft fast surreal. Wieder ist sie da – die typische Geräuschkulisse eines Freizeitparks. Kinder rennen zur Strohhüpfburg, irgendwo klingelt ein Karussell, und über einem bewegt sich die das Gelände durchziehende spektakuläre Achterbahn „K2“. Viele sitzen mit einem Kaffee oder einer Limo am Rand, beobachten das Ganze. Andere zieht es in das geräumige Restaurant, wo es eine große Auswahl an Lukullitäten gibt. Übrigens, die Gastronomie in den Karls Erlebnis-Dörfern wurde erst im März 2026 mit dem renommierten Hamburger Foodservice-Preis ausgezeichnet. Und zwar für kreative Konzepte, die Verbindung von Essen und Erlebnis sowie innovative Ideen wie den „Erdbeer-Döner“ oder thematisierte Restaurants.
Der allgemeine Eintritt auf das Gelände ist gratis. Für kostenpflichtige Fahrgeschäfte und Hauptattraktionen gelten Einzelpreise. Empfehlenswert ist eine Tageskarte (etwa 20 – 22,50 €) zur unbegrenzten Nutzung vieler Attraktionen inkl. Eiswelt. Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 19 Uhr.
Wer in diesen Tagen nach Elstal kommt, sieht neben Karls Erlebnis-Dorf auf der anderen Straßenseite ein riesiges Areal mit erst einmal planierter Erde, Baggern und Kränen sowie und einigenalten Gebäuden. Hier auf einem ehemaligen Kasernengelände entsteht der weltweit erste Bibi & Tina-Freizeitpark.

Der langjährige Karls-Manager Frank Havemann zu dem Projekt: „Das Rad der Erbeere bei Karls dreht sich verdammt schnell. Wir sind die Ersten, die eine sehr enge Kooperation mit dem Berliner Hörspiel- und MedienunternehmenKiddinx eingehen.“ Es bringe seine hohe Kompetenz mit der Bibi & Tina-Welt ein und halte die Markenrechte. Der an der B5 westlich von Berlin gelegene neue Freizeitpark werde etwa 60.000 Quadratmeter groß werden. Die Besucher sollen in die Welt des Martinshof und von Schloss Falkenstein eintauchen können. Vorgesehen sind Pferde- und Bauernhofflair, Tiere, Reit-Elemente, Magie-Atmosphäre und interaktive Familienattraktionen. Highlight dürfte eine neuartige Achterbahn sein, bei der zwei Züge gleichzeitig starten und sich mehrfach begegnen.

Frank Havemann: „Zusätzlich zu den vielen thematischen Attraktionen rund um Bibi & Tina entstehen bis zu 5 Themenhotels und 250 Ferienhäuser. Ziel ist, mit 5.000 Betten an den Start zu gehen. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Urlauberinnen und Urlauber mit Familien, die bequem den neuen Bibi & Tina-Freizeitpark und Karls Erlebnis-Dorf besuchen wollen und auch Ausflüge in die nahe Großstadt Berlin planen.“ Vorgesehen sei die Eröffnung dieses auch touristisch hochinteressanten Resorts im Sommer 2027.

Text und Fotos (16): Manfred Weghenkel
Weitere Informationen: www.karls.de



































Spannend einmal aus erster Hand zu erfahren, wer ihn unter welchen Bedingungen gebaut hat. Dieser Frage widmet sich nun ein Buch aus der Feder des damaligen Oberbauleiters Jürgen Ledderboge. Der inzwischen 88-jährige aus Sachsen stammende Baufachmann schildert in dieser verdienstvollen Publikation mit dem Titel „Friedrichstadtpalast – vom Neubau zum Denkmal“ als Insider und Zeitzeuge wesentliche Etappen in der Historie des legendären Revue- und Showtheaters. Das Buch mit 200 Seiten und zahlreichen Abbildungen wird im März 2025 im Passage-Verlag Leipzig erscheinen, kann aber schon jetzt dort bestellt werden.



