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Aktuelles in Kürze

 

Schon Tickets für Topevents 2023

Für mehrere traditionelle Publikums-magneten in der Hauptstadtregion hat der Kartenvorverkauf begonnen. Dazu gehört die überaus stimmungsvolle „Potsdamer Schlössernacht", die im Park Sanssouci am 18. und 19. August stattfindet. Thematisch lehnt sie sich an das 2023er Jahresmotto der Potsdamer Kulturpartner „Holland in Potsdam" an. So verwandelt sich das Motto des Abends oranjegemäß von „prächtig" in „Prachtig!"

Am 23. September ist es in der Berliner Waldbühne wieder soweit. Beim bereits 23. Berliner Taschenlampenkonzert erstrahlt die berühmte Showlocation, erleuchtet von 20.000 Taschenlampen der kleinen und großen Besucher,  wie ein funkelnder Sternenhimmel. Dazu gibt es wieder ein zum Mitsingen und Tanzen einladendes Rockkonzert der Berliner Kultband Rumpelstil.

Nähere Infos und Ticketpreise online über die Websiten der Veranstalter.

                Fotos: Manfred Weghenkel

Winterzauber

in Friedrichsfelde

„Wir sind geflasht!", „Einfach tierisch gut!", „Hier steppt der Bär!" So oder ähnlich klang es am Freitagabend in Berlin-Friedrichsfelde. Schon zum vierten Male fasziniert Europas größter Landschaftstierpark seine Besucher vor, während und nach Weihnachten mit einer spektakulären Lichtshow. Unter dem Motto „Weihnachten im Tierpark" wurde am 18. November dieses effekt- und stimmungsvolle Event in Anwesenheit zahlreicher prominenter Gäste vor allem aus der hauptstädtischen Kunst- und Kulturszene feierlich eröffnet.


Wie Prof. Peter Schwenkow, Vorstandsvorsitzender der veranstaltenden Deutschen Entertainment AG, betonte, ist die international inspirierte Christmas Garden Show in diesem Jahr noch einmal größer und schöner geworden. Neue Highlights: Bunte Savanne, Wassermärchen, Fluss der Träume und andere. "Wir haben auch viel Wert darauf gelegt, in der gegenwärtigen Energiesituation so sparsam wie möglich mit Strom umzugehen", so der Veranstalter.

DEAG-Chef Prof. Peter Schwenkow.DEAG-Chef Prof. Peter Schwenkow.

Rund um das berühmte, jetzt natürlich farbenprächtig angestrahlte frühklassizistische Schloss Friedrichsfelde präsentiert sich großflächig eine anspruchsvolle Symphonie aus Licht, Musik und anderen künstlerischen  Elementen. Die Besucher können auf Rundgängen in diese einzigartige Winterwelt eintauchen und in der Dunkelheit sogar Zootieren in Lichtgestalt begegnen.  Und natürlich gibt es auch Stände mit Bratwürsten, Glühwein. gebrannten Mandeln und anderen Leckereien. Aus großen Metallschüsseln lodern Flammen, die überdies bei Kälte angenehm wärmen.  Selbst ein nostalgisches Kinderkarussell dreht seine Runden. Erlebnisspaß für groß und klein, für die ganze Familie.

Geöffnet ist das Tierpark-Event bis 15. Januar 2023, und zwar - mit einigen Ausnahmen - täglich von 17 bis 22 Uhr.                                     

Text und Fotos: Manfred Weghenkel

Weitere Informationen: weihnachten-im-tierpark.de 

Das Ende des 17. Jh. erbaute Schloss Friedrichsfelde - schöner Blickfang im abendlichen Tierpark Berlin.Das Ende des 17. Jh. erbaute Schloss Friedrichsfelde - schöner Blickfang im abendlichen Tierpark Berlin. 

Hat gut lachen: Berlins erster und einziger 3-Sterne-Koch Marco Müller vom "Rutz". Foto: Manfred Weghenkel Hat gut lachen: Berlins erster und einziger 3-Sterne-Koch Marco Müller vom "Rutz". Foto: Manfred Weghenkel

Sternstunde
der Spitzenköche

Auf einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion mit namhaften Berliner Sterneköchen wurde am 30. Juni die aktuelle Situation in der hauptstädtischen Spitzengastronomie erörtert. An dem von der Plattform TourismusDialog.Berlin im historischen Rutz-Zollhaus am Landwehrkanal organisierten Treffen legten Marco Müller, Küchendirektor Restaurant "Rutz", Billy Wagner, Inhaber von "Nobelhart & Schmutzig" und Steven Zeidler, Küchenchef Restaurant "Bricole", ihre Erfahrungen und Standpunkte dar. Teilnehmer des lebendigen Tourismus-Dialogs mit (v. l.): Billy Wagner, Journalistin Annika Schönstedt, Marco Müller und Steven Zeidler. Teilnehmer des lebendigen Tourismus-Dialogs mit (v. l.): Billy Wagner, Journalistin Annika Schönstedt, Marco Müller und Steven Zeidler.

Die in den letzten gut zwei Jahren von der Corona-Pandemie arg gebeutelte Branche müsse sich nun weiteren Herausforderungen stellen, wie den wegen der Abwanderung von Fachkräften entstandenen Personalmangel und den enorm gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreisen.  Die Spitzenrestaurants könnten aufgrund  guter Besucherzahlen - hier zeitige der "Sternenhagel" spürbare Werbewirkung - zwar einiges verkraften, doch die inflationsbedingten höheren Kosten müssten letztlich teilweise an die Gäste weitergegeben werden. So soll sich laut Billy Wagner der Menüpreis im Restaurant "Nobelhart & Schmutzig" von 135 auf 155 Euro erhöhen. Lobend sprach sich Wagner über die von der Regierung für Küchenprodukte eingeführte Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent aus. Diese Entlastung müsse unbedingt weiter Bestand haben.

Das stilvolle Restaurant "Altes Zollhaus", heute Rutz-Zollhaus, am Carl-Herz-Ufer in Kreuzberg bietet "neue feine Berliner Küche".Das stilvolle Restaurant "Altes Zollhaus", heute Rutz-Zollhaus, am Carl-Herz-Ufer in Kreuzberg bietet "neue feine Berliner Küche".

Übrigens, mit 24 Sternen, die der renommierte Guide Michelin Deutschland 2022 an Berliner Restaurants vergeben hat, steht die Hauptstadt vor München (16) und Hamburg (10) an der Spitze. Mit drei Sternen  am höchsten dekoriert wurde Marco Müller; er ist der erste Drei-Sterne-Koch überhaupt in Berlin. der 52-jährige Gastronom, geboren in Potsdam-Babelsberg, kann auf eine lange innovative Berufskarriere verweisen. Sein Erfolgsgeheimnis on Top: "Ich bin Koch aus Leidenschaft und arbeite mit einem Team zusammen, das ebenfalls mit Herzblut dabei ist."
Text und Fotos (3): M. Weghenkel

Der Hingucker des Areals: die historische Wilhelmus-Windmühle neben Grachtenhäusern. Text und Fotos (6): Manfred Weghenkel Der Hingucker des Areals: die historische Wilhelmus-Windmühle neben Grachtenhäusern. Text und Fotos (6): Manfred Weghenkel

Neu: Holland-Park mit Oranje-Flair

Eine neue attraktive Freizeit- und Erlebnisanlage mit Oranje-Flair gibt es seit Anfang April an der nördlichen Peripherie Berlins: den Holland-Park unweit des Autobahndreiecks Barnim, Abfahrt Schwanebeck. Der zur Brandenburger Gemeinde Panketal  gehörende Ortsteil Schwanebeck ist auch recht gut mit Omnibussen aus dem nahen Berlin (z. B. Buch, Malchow) und aus Bernau oder Zepernick erreichbar. Für Pkw-Benutzer steht ein riesiger kostenfreier Parkplatz zur Verfügung.

Das nach der Wende geschaffene ehemalige Gartencenter Holland wurde in den letzten zwei Jahren für 28 Millionen Euro großzügig umgebaut und erweitert. Die jetzt 19 Hektar große Anlage soll mit den Säulen Erlebnis, Spiel & Spaß, Gastronomie und Shopping so etwas wie Freizeitfun für die ganze Familie bieten. Investor und Betreiber ist die Gartencenter aus Holland GmbH. Schon von weitem sichtbare optische Highlights sind die Achtkant-Windmühle und der dritthöchste Rutschenturm Deutschlands.

 

Im modernen lichtdurchfluteten Hauptgebäude erwartet die Besucher ein Holland-Markt mit typisch niederländischen, aber auch regionalen-saisonalen Produkten, ein Gartencenter, eine 4000 qm große Spiel- und Sporthalle und natürlich auch Gastronomie, die von „Thea's Keuken", also Thea's Küche betrieben wird. Essen, trinken und spielen kann man bei schönem Wetter auch draußen.

Demnächst  sollen weitere Attraktionen eröffnet werden, wie die Windmühle „Wilhelmus", dazu ein Mühlenmuseum, eine Dschungelhalle und ein Streichelzoo.

Der Eintritt in den Holland-Park ist gratis. Lediglich für die Indoor-Spiel- und Kletterhalle sowie den Rutschenturm braucht man Tickets. Weitere Infos: www.hollandpark.de

 

 

Anziehungspunkt für Familien und Touristen. Fotos (3): Manfred WeghenkelAnziehungspunkt für Familien und Touristen. Fotos (3): Manfred Weghenkel

Die Britzer Mühle

dreht sich wieder

Ein populäres Berliner Wahrzeichen - die idyllisch neben dem Britzer Garten gelegene historische Britzer Mühle im Stadtbezirk Neukölln - ist nach erfolgreicher Sanierung am 16. Oktober wiedereröffnet worden. Gefeiert wurde dieses vom Verein Britzer Müllerei e. V. bestens organisierte Ereignis mit Kaffe, Kuchen, Schmalzstullen und gut in Anspruch genommenen Führungen durch die Mühle. Auch konnten die Besucher frisch gemahlenes Mehl und warmes Brot aus dem Steinbackofen neben der Mühle erwerben.

Die Grün Berlin GmbH als Bauherr investierte mit finanzieller Unterstützung des Landes Berlin 700.000 Euro in das Projekt. Außen wurde die Mühle mit neuen, strahlend hellbraunen Holzschindeln verkleidet. Die rund 20 Meter hohe, von Obstbäumen und einer Schafweide umgebene Britzer Mühle geht auf die Stechhan'sche Mühle aus dem Jahre 1865 zurück. Nach langem Stillstand wurde sie 1985 zur Bundesgartenschau im benachbarten Britzer Garten umfassend restauriert und wiedereröffnet. Als Zwölfkant-Galerieholländermühle gilt das Bauwerk am Buckower Damm als Wunderwerk der Technik und ist heute eine der wenigen noch arbeitenden Windmühlen in Deutschland. Interessenten können sich dort vom Verein im Müllerhandwerk nach niederländischem Vorbild hobbymäßig ausbilden lassen.

Geöffnet ist die Britzer Mühle von März bis Oktober: freitags und samstags mit Brotverkauf; sonn- und feiertags mit Führungen. Am Pfingstmontag, dem deutschen Mühlentag und am Tag des offenes Denkmals wird im Steinbackofen auch Mühlenbrot gebacken.

 

Furioses Finale als Höhepunkt der Show. Fotos (4): Manfred WeghenkelFurioses Finale als Höhepunkt der Show. Fotos (4): Manfred WeghenkelGrand Show "Arise"

im Friedrichstadt-Palast

Tippi toppi! Nach anderthalbjähriger Corona-Schließpause leistet nun auch der weltbekannte Friedrichstadt-Palast seinen lange erwarteten Beitrag zum Restart des Berliner Kulturlebens. Am 22. September feierte die als neue Grand Show konzipierte Produktion „Arise" in Anwesenheit prominenter Gäste aus Kultur und Gesellschaft, die sich auf dem Roten Teppich dem Blitzlichtgewitter der Fotografen stellten, umjubelte Premiere.

Die kreativen Köpfe Oliver Hoppmann (l.), Nikeata Thompson und Conchita Wurst. Die kreativen Köpfe Oliver Hoppmann (l.), Nikeata Thompson und Conchita Wurst. Das Budget der Inszenierung, in der über 100 Künstlerinnen und Künstler aus 26 Nationen mitwirken, liegt bei 11 Millionen Euro. Zum Kreativteam um den hauseigenen Autor und Regisseur Oliver Hoppmann gehören auch zahlreiche internationale Größen der Szene, wie der Österreicher Tom Neuwirth aka Conchita Wurst, die Eurovision Song Contest-Bühnenbildnerin Frida Avidsson aus Schweden, der italienische Kostümdesigner von Weltruf Stefano Canulli und die britische Top-Choreografin Nikeata Thompson.

Als Ehrengast von Intendant Dr. Berndt Schmidt persönlich herzlich begrüßt: die Berliner Zeitzeugin und Holocaust-Überlebende Margot Friedländer (99).Als Ehrengast von Intendant Dr. Berndt Schmidt persönlich herzlich begrüßt: die Berliner Zeitzeugin und Holocaust-Überlebende Margot Friedländer (99).Die mit viel Tempo und Temperament, Glitzer und Glamour umgesetzte Story handelt von dem renommierten Fotografen Cameron, der mit seiner Muse, die ihn künstlerisch ungemein inspiriert, um die Welt reist. Als er die Muse verliert, bleiben ihm freilich noch die Erinnerungen. „Arise" bedeutet hier aufzustehen, nicht aufzugeben, an die Kraft der Liebe und des Lichtes zu glauben. Neben den erstklassigen Tänzern, Sängern und Artisten brillierte natürlich auch wieder die legendäre Girlreihe des Revuetheaters. Ebenso ein Highlight: die extravaganten, farbenprächtigen Kostüme der Mitwirkenden.

An der Berliner Friedrichstraße 107 glitzert's jetzt außen und innen wieder.An der Berliner Friedrichstraße 107 glitzert's jetzt außen und innen wieder.Der hauptstädtische Show-Tempel mit der größten Theaterbühne der Welt schuf wegen der anhaltenden Pandemie ein ausgezeichnetes Hygiene-Konzept z. B. mit effektivem Frischluftsystem und Abstandsregeln, wonach zur Zeit nur zwei Drittel der eigentlich 1895 Plätze besetzt werden.

Weitere Informationen: www.palast.berlin

 

GZSZ-Urgestein Wolfgang Bahro mit seiner Autobiografie am „Wintergarten Berlin". Foto: Manfred WeghenkelGZSZ-Urgestein Wolfgang Bahro mit seiner Autobiografie am „Wintergarten Berlin". Foto: Manfred Weghenkel

Plauderstündchen mit Fiesling Jo Gerner

06. Oktober 2020. Als mieser, fieser, aber auch smarter Rechtsanwalt Dr. Jo Gerner ist er landesweit berühmt, ja berüchtigt. Schon seit 28 Jahren wird diese Fernsehrolle in der RTL-Soap „Gute Zeiten - schlechte Zeiten" von dem Berliner Schauspieler Wolfgang Bahro verkörpert. Der Allround-Mime aus Wilmersdorf feierte kürzlich den 60. Geburtstag und veröffentlichte aus diesem Anlass seine zusammen mit dem Boulevardjournalisten Andreas Kurtz geschriebene Autobiografie mit dem originellen Titel „Immer wieder Gerner". Gestern Abend präsentierte er sie - natürlich unter Coronabedingungen - im traditionsreichen Varieté-Theater „Wintergarten" an der Potsdamer Straße.

Amüsanter Wolfgang Bahro auf dem Podium. Foto: Manfred Weghenkel

Amüsanter Wolfgang Bahro auf dem Podium. Foto: Manfred Weghenkel

Auf der Talk-Couch von Mitautor Kurtz, Kolumnist der Berliner Zeitung,  stellte er sich in schwarzer Hose, schwarzer Weste, blau-grauem Hemd und weißen Turnschuhen locker, witzig und aufgeräumt zwei Stunden lang den Fragen des Moderators, des Publikums und auch einiger per Video eingespielter Promis. Aus dem 224 Seiten starken Buch las er das Anfangskapitel „Der Sinn des Lebens und dieses Buches" vor, um paradox zu enden: „Ich glaube ganz fest an den Sinn des Lebens, kenne ihn aber nicht." Bahro brillierte immer wieder mit Anekdoten und Episoden rund um seine TV-Figur Jo Gerner, die er als "chauvinistisches Arschloch" bezeichnete.

Hauptstadtflair an der Potsdamer Straße. Foto: Manfred WeghenkelHauptstadtflair an der Potsdamer Straße. Foto: Manfred Weghenkel

Zugleich mischte er mehrfach Kostproben seines parodistischen Könnens ein, wenn er etwa wie Inge Meysel, Harald Juhnke oder Rudi Carrell klang. Er verriet, dass er eigentlich nur zwei Monate bei „GZSZ" mitspielen wollte, nun seien es aber fast drei Jahrzehnte geworden. Auf die eingespielte Frage des prominenten Medienrechtlers Prof. Dr. Christian Schertz, wie lange er das noch machen wolle, bekannte Bahro sinngemäß: "Ich orientiere mich an den beiden hochkarätigen Schauspielern Dieter Hallervorden und Herbert Köfer, die mit 85 bzw. fast 100 Jahren immer noch aktiv auf der Bühne stehen."

Und auf die Frage nach Rollen, die er noch gerne spielen möchte, kam die klare Antwort: "Den Bösewicht bei James Bond und den Hauptmann von Köpenick." Mit Publikumsliebling Wolfgang Bahro können wir also erfreulicherweise noch lange rechnen.

                          Manfred Weghenkel                                                               

Palast-Chef Dr. Berndt Schmidt zeigte stolz und freudig die Denkmalplakette. Foto: Manfred WeghenkelPalast-Chef Dr. Berndt Schmidt zeigte stolz und freudig die Denkmalplakette. Foto: Manfred WeghenkelFriedrichstadt-Palast nun auch ein Denkmal

01. September 2020. Der weltbekannte Friedrichstadt-Palast Berlin steht seit gestern  unter Denkmalsschutz. Die öffentliche Bekanntgabe im Haus an der Friedrichstraße 107 nahmen Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa, und Dr. Christoph Rauhut, der Landeskonservator des Landesdenkmalamtesm, vor. Sie überreichten die Denkmalplakette an Palast-Intendant Dr. Berndt Schmidt. In kurzen Reden würdigten die drei Herren das 1984 neu eröffnete Show-Theater als letzten Repräsentationsbau der DDR vor der politischen Wende. Den verantwortlichen Architekten sei es dabei damals gelungen, ein künstlerisch einmaliges Gebäude mit hohem Wiedererkennungswert zu schaffen: Anklänge des Jugendstils und Art Déco träfen auf die 'Platte' als technisches sowie gestalterisches Merkmal.

Auch am Palastbau führend beteiligte DDR-Spezialisten waren eingeladen: Architekt Walter Schwarz (89), links, und Oberbauleiter Jürgen Ledderboge (84). Foto: Manfred WeghenkelAuch am Palastbau führend beteiligte DDR-Spezialisten waren eingeladen: Architekt Walter Schwarz (89), links, und Oberbauleiter Jürgen Ledderboge (84). Foto: Manfred WeghenkelAufgrund seiner geschichtlichen, künstlerischen sowie städtebaulichen Bedeutung hat das Landesdenkmalamt Berlin den Friedrichstadt-Palast, der seit seiner Erbauungszeit 1981 bis 1984 fast gänzlich unverändert ist, nun als Baudenkmal der „sozialistischen Postmoderne" geschützt. Zur sinnvollen Überbrückung de Coronakrise wird zur Zeit die Lüftungsanlage erneuert. Der reguläre Spielbetrieb mit der aktuellen Grand Show VIVID soll am 2. Januar 2021 wieder aufgenommen werden.

 

Berliner Meisterköche 2019 ausgezeichnet

 Einige der glücklichen Preisträger 2019 (v. l. n. r.): Berliner Meisterkoch Björn Swanson (Golvet), Lill Sommer i. V. von Johanna Rudolph (Panama), Jasmin Martin & David Johannes Suchy (Frea). Foto: Manfred WeghenkelEinige der glücklichen Preisträger 2019 (v. l. n. r.): Berliner Meisterkoch Björn Swanson (Golvet), Lill Sommer i. V. von Johanna Rudolph (Panama), Jasmin Martin & David Johannes Suchy (Frea). Foto: Manfred Weghenkel

Die "Berliner Meisterköche" des Jahres 2019 wurden am 24. September auf einer Pressekonferenz im Rausch Schokoladenhaus ausgezeichnet. In dem traditionsreichen, bereits zum 23. Mal abgehaltenen Wettbewerb der Gesellschaft "Berlin Partner" ermittelte eine unabhängige Jury unter Vorsitz des namhaften Gastronomieexperten Dr. Stefan Elfenbein aus 130 nominierten Kandidaten die Preisträger in sechs Kategorien. "Berliner Meisterkoch": Björn Swanson - GOLVET. Aufsteiger des Jahres: Johanna Rudolph - Panama. Berliner Gastgeber: Mathias Brandweiner - POTS. Berliner Szenerestaurant: FREA. Berliner Kiezmeister - Domberger Brot-Werk. Gastronomischer Innovator: Bernhard Moser - eat! berlin.

Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner: "Wir freuen uns, die Entwicklung Berlins zu eiem außergewöhnlichen Gastronomie-Standort mit der alljährlichen Auszeichnung der Berliner Meisterköche nicht nur begleiten, sondern aktiv fördern zu können." Die Meisterköche seien hervorragende Botschafter der Stadt - für Vielfalt, Kreativität und Professionalität. Zudem sei es Anliegen, "die Genuss-Metropole Berlin noch stärker in den weltweiten Fokus zu rücken."

 

 Ein neues Buch der Künstlerin Moon Suk

Die in Berlin lebende Koreanerin Moon Suk - Künstlerin, Sopranistin und Poetin - hat jetzt ein sehr persönliches Buch über das Glück herausgebracht. Die ehemalige Kulturbotschafterin des ZDF-Morgenmagazins knüpft damit eine unmittelbare Bande zu ihrem 30-jährigen Jubiläum in Deutschland, feiert auf diese Weise 30 Jahre Mauerfall und bedankt sich für das Glück, seit 30 Jahren hierzulande eine künstlerische Heimat gefunden zu haben. 

In ihrer ganz eigenen Art Danke zu sagen, reiht Moon Suk in dem Buch „Glücksblume“ - wie die Perlen einer Kette - Kurzgeschichten, Gedichte und Beschreibungen ihrer Einsichten aus dem Alltag aneinander und entführt die Leser in ihre unkonventionelle Gedankenwelt.

Foto: Manfred WeghenkelFoto: Manfred Weghenkel

Die Texte und Bilder sollen Leser inspirieren, helfen, Wunden zu heilen, und eine neue Perspektive aufzeigen. Moon widmet ihr Buch dabei allen Suchenden und den in sich Ruhenden, den Träumern und den Bodenständigen, denen, die sich in ihrer Haut wohl oder manchmal nicht so wohl fühlen.

Das Buch "Glücksblume" soll im Oktober 2019 im Heidelberger Verlag "Kreativkind" erscheinen und über Crowdfunding vorfinanziert werden. Unterstützern winken ein handsigniertes Exemplar und ein Lesezeichen-Set. Siehe auch:
https://www.startnext.com/gluecksblume

 

 

 

 

Repräsentative Visitenkarte: das neue Foyer des größten Frühjahrsparkes der Welt. Foto: KeukenhofRepräsentative Visitenkarte: das neue Foyer des größten Frühjahrsparkes der Welt. Foto: Keukenhof

Jubiläumssaison in Hollands Frühjahrspark

Pünktlich zum Frühlingsanfang öffnete der weltberühmte Keukenhof in Lisse bei Amsterdam seine Pforten für das Blumenjahr 2019 – eine ganz besondere Saison für den 32 Hektar großen Frühjahrspark: Er feiert ein rundes Jubiläum und wird 70 Jahre alt! Dass das für einen Blumenpark kein Alter ist, beweist das Motto „Flower Power“, dem alle Pflanzungen gewidmet sind. Im Keukenhof werden mehr als sieben Millionen Tulpen, Hyazinthen und Krokusse zu sehen sein. Neben der Farbexplosion in den Gärten sorgen diverse Blumenschauen und Veranstaltungen rund um die Frühblüher für ein ganz besonderes Festival der Sinne. In der Hauptrolle: die Tulpe! Ein Höhepunkt des Themenjahres 2019 ist das romantische Blumenmosaik „Flower Power“, für das die Gärtner bereits im letzten Oktober 50.000 Blumenzwiebeln gesetzt haben: Tulpen, Krokusse und Traubenhyazinthen. Das 250 Quadratmeter große Mosaik zeigt unter anderem eine junge Frau mit John-Lennon-Brille und Blume im Haar. Auch die Inspirationsgärten und die mehr als 20 Blumenshows in den verschiedenen Pavillons sowie die speziellen Veranstaltungen an den Wochenenden folgen ganz dem diesjährigen Motto. Zu den Highlights gehört das  Woodstock-Festival vom 13. bis 19. Mai, mit dem die Saison abschließt.

Mit mehr als einer Million Besuchern aus über 100 Ländern ist der Keukenhof für den niederländischen Tourismus von außerordentlicher Bedeutung. Geöffnet ist er in diesem Jahr bis zum 19. Mai täglich von 8 bis 19:30 Uhr. Erwachsene zahlen 17 Euro, Kinder von vier bis 17 Jahren 8 Euro (Kinder unter drei Jahren frei). 

Informationen: www.keukenhof.nl/de

 

Im Tourismus geht's

weiter bergauf

Das zentralasiatische Hochgebirgsland Tadschikistan ist mit einer Fläche von 143.100 Quadratkilometern und 8,6 Millionen Einwohnern zwar klein, hat aber touristisch große, ja wachsende Anziehungskraft. Nach dem Ende der Sowjetunion 1991 unabhängige Republik geworden, hat sich seither wirtschaftlich und touristisch viel getan. Während 2010 lediglich 160.000 Touristen das Land am Pamir und am Fan-Gebirge besuchten, waren es im "Jahr des Tourismus" 2018 erstmals eine Million. Für die Periode 2019 bis 2022 wurde vom Staat ein großangelegtes Entwicklungsprogramm auf diesem Gebiet beschlossen. Mehr Investitionen, Steuererleichterungen für die Reisebranche, das e-Visa über Internet für Ausländer sind nur einige der Maßnahmen. Ziel: zwei Millionen Besucher jährlich bis 2030.

Das auch hierzulande wachsende Interesse an diesem gastfreundlichen Land mit der attraktiven Hauptstadt Duschanbe und seinen beeindruckenden, insbesondere  alpinen Naturschönheiten mit über 7.000 Meter hohen Gipfeln und wunderschönen Hochgebirgsseen hat den Berliner Trescher-Verlag schon vor Jahren veranlaßt, den sehr informativen, sorgfältig editierten Reiseführer "Tadschikistan" herauszubringen. Inzwischen liegt die 3., aktualisierte und erweiterte Auflage vor, die auf 456 Seiten alle Landesregionen behandelt und mit 21 Stadtplänen, Übersichts- und Regionalkarten sowie über 250 Fotos aufwartet. Hervorzuheben: die ausführlichen praktischen Reisetipps für Individualtouristen.

Traditionelle Musikinstrumente Tadschikistans. Foto: Manfred WeghenkelTraditionelle Musikinstrumente Tadschikistans. Foto: Manfred Weghenkel

 

Paolo Masaracchia, General Manager des Hotels in Moabit (l.), erläuterte im Gespräch mit Moderator Mario Schmidt das geschaffene Plus an Kapazität.Paolo Masaracchia, General Manager des Hotels in Moabit (l.), erläuterte im Gespräch mit Moderator Mario Schmidt das geschaffene Plus an Kapazität. Mercure Hotel MOA Berlin nun zukunftsfest

 Mit einer rauschenden Party, an der etwa 3.500 Branchenkollegen, Kunden und Freunde des Hauses teilnahmen und die von einem attraktiven Show-Programm gekrönt wurde, präsentierte das Mercure Hotel MOA Berlin, am 8. Januar seine im letzten Jahr bei laufendem Betrieb realisierten umfangreichen baulichen Erweiterungen.

140 neue Zimmer, darunter zehn Maisonette-Suiten, stehen den Gästen nun zusätzlich zur Verfügung. Eine neue, 450 Quadratmeter umfassende Bankettküche wurde ebenfalls fertiggestellt. Spürbar vergrößerten sich auch die Event- und Konferenzflächen. Der Tagungsbereich erstreckt sich nunmehr über drei Etagen mit 35 Konferenzräumen. Nicht zuletzt entstand ein neuer hauseigener Fitnessbereich. Zu den Verbesserungen gehört auch, dass die Rezeption nunmehr ins Zentru

Erfolgsproduzent Bernhard Kurz.

Foto: Manfred WeghenkelErfolgsproduzent Bernhard Kurz. Foto: Manfred Weghenkel
Tina Turners Lebensweg

im Estrel Festival Center

Seit mehr als zwanzig Jahren laufen im Hotel Estrel Berlin an der Sonnenallee in Neukölln erfolgreich die von Las Vegas inspirierten spektakulären Doppelgänger-Shows "Stars in Concert". Alle namhaften Größen der internationalen Rock- und Popmusik gaben sich in Gestalt optisch und stimmlich täuschend echter Doubles bisher ein Stelldichein. Entweder in bunter Mischung als "Sechser-Pack" pro Konzertabend, was die Regel ist,  oder in etwas aufwendiger angelegten Specials bzw. Musicals, die einem Superstar, wie Elvis Presley, oder einer Band, wie The Beatles, gewidmet sind.
Seit dem 21. Februar gibt es nun das bewegte Leben der US-amerikanischen Rockröhre Tina Turner als Musical "Simply the Best". Mit etwa  180 Millionen verkauften Tonträgern gehört sie zu den erfolgreichsten Sängerinnen überhaupt. 

Estrel-Musikproduzent Bernhard Kurz zeichnet die über fünf Jahrzehnte währende Karriere Tina Turners leicht und spritzig  nach - von den bescheidenen Anfängen im Jahre 1958 als Backgroundsängerin in der Band ihres späteren Ehemanns Ike Turner, den großen Chart-Erfolgen des Duos Ike & Tina Turner über die schmerzvolle Trennung von Ike und den schweren solistischen Neustart in den 1980er Jahren bis hin  zu den großen Welthits wie "Private Dancer", "We Don't Need Another Hero", "GoldenEye" oder eben "Simply the Best". Dargestellt wird Tina von der ebenfalls aus Amerika stammenden Dorothea "Coco" Fletcher, die zu den professionellsten Tina-Turner-Lookalikes gehört, wovon sich die Estrel-Besucher schon seit langem überzeugen konnten. Begleitet wird Coco Fletcher in dieser mitreißenden, über zwei Stunden währenden Live-Show von excellenten Musikern, wie dem Grammy-Preiträger Vasti Jackson als Ike Turner und dem fabelhaften Background-Trio "The Ikettes". Gespielt wird das Musical "Simply the Best" in Berlin bis 18. März 2018. Danach geht es auf Tournee.

Übrigens, die inzwischen 78-jährige Tina Turner, die 2009 das letzte Mal auf Welttournee ging und seit 2013 Schweizer Staatsbürgerin ist,  bekommt - genauso wie der legendäre Singer/Songwriter Neil Diamond - für das herausragende Lebenswerk den Grammy Lifetime Achievement Award 2018.

Bestens drauf: Coco Fletcher
als livehaftiges Energiebündel Tina Turner. Foto: Manfred WeghenkelBestens drauf: Coco Fletcher als livehaftiges Energiebündel Tina Turner. Foto: Manfred Weghenkel

 

 

 

 

 

Good Day Today: Pop-Legende Neil Diamond feiert nun bereits den 80. Geburtstag

Veröffentlicht am 24.01.2021

Manfred Weghenkel

Der heutige Neil Diamond auf dem neuen Album-Cover „Classic Diamonds". Fotorechte: Capitol Music

Der heutige Neil Diamond auf dem neuen Album-Cover „Classic Diamonds". Fotorechte: Capitol Music Sein tempogeladener Song „Talking Optimist Blues" aus dem erfolgreichen Country-Album „Tennessee Moon" von 1996 hat den Refrain „Have A Good Day Today". Ein Gute-Laune-Lied, das einen so richtig in Schwung bringt. Heute ist nun wieder mal so ein freudiger Tag, denn Pop-Legende Neil Diamond, der Sänger dieses mitreißenden und zudem humorvollenTitels, feiert seinen immerhin schon 80. Geburtstag. Für die vielen Kenner und Liebhaber seines nahezu sechs Jahrzehnte währenden popkulturellen Schaffens in aller Welt heißt das ganz sicher: „Herzlichen Glückwunsch und weiterhin das Beste!"

Seit der am 24. Januar 1941 in New York City, Stadtteil Brooklyn, geborene US-amerikanische Singer/Songwriter vor drei Jahren bekanntgab, an Parkison erkrankt zu sein und deswegen seine Welttournee abbrechen und die Konzerte einstellen musste, sind seine treuen Anhänger und Fans überall auf der Erde in großer Sorge um den legendären Mr. Beautiful Voice, wie er zuweilen aufgrund seiner schönen Stimme und in Anlehnung an einen seiner erfolgreichsten Songs - „Beautiful Noise" aus dem Jahre 1976 - gerne genannt wird.

Doch Diamond kämpft tapfer und kreativ gegen die schwere Krankheit an - getreu seines Versprechens vom Januar 2018: „Ich werde noch lange Zeit schreiben, Musik aufnehmen und in anderen Projekten aktiv sein." Ein erstes großes Vorhaben hat er unlängst realisiert. Im November 2020 kam beim US-Musiklabel Capitol Records ein neues Studioalbum mit dem Titel „Classic Diamonds" heraus. Begleitet vom London Symphony Orchestra präsentiert der weltbekannte Singer/Songwriter darauf 14 von seinen erfolgreichsten Liedern in klassisch angehauchtem Sound, darunter „Beautiful Noise", „I Am...I Said", „Song Sung Blue", „America", „I'm A Believer", „Holly Holy", „Love On The Rocks", „Heartlight" und natürlich der unkaputtbare Event- und Partykracher „Sweet Caroline", Diamonds wohl größter Erfolg überhaupt.

Aufgenommen wurde das Album mit den frisch eingesungenen und vom Orchester neu interpretierten Songs in den durch die Beatles legendär gewordenen Londoner Abby-Road-Studios und in Diamonds eigenem Studio in Los Angeles. Produzent ist der mehrfache Grammy-Gewinner Walter Afanasieff, der zusammen mit dem ebenfalls hochkarätigen Musiker William Ross auch die neuen Arrangements der zeitlosen Neil-Diamond-Hits schrieb.

„Neil Diamond ist einfach einer der wichtigsten und einflussreichsten Sänger und Songschreiber der Popmusik. Dieses prächtige neue Album wirft ein schönes Schlaglicht auf einige seiner größten Schöpfungen", erklärte der Chef der Capitol Music Group Steve Barnett. Für den internationalen Superstar Diamond war dieses in schwierigen Corona-Zeiten und trotz seiner Gesundheitsprobleme realisierte Projekt auch ein Wagnis. Denn die auf diesem Album vereinten Songs aus seiner wichtigsten Schaffensperiode - Mitte der Sechziger bis Anfang der Achtziger - haben sich über die Jahrzehnte dermaßen  ins Hörgedächtnis von Millionen Menschen eingebrannt, dass Neufassungen, zumal mit imposanter Orchesterbegleitung, sängerisch und soundtechnisch durchaus problematisch sein, ja zu Enttäuschungen führen können. Glücklicherweise haben die Produzenten  eine gefährliche Überorchestrierung vermieden, die den Sänger nahezu verschwinden lässt oder unkenntlich macht. Hier wurde eine stimmige Balance gefunden.

Diamond bei seinem Hamburg-Konzert am 26. September 2017 im Rahmen der 50-Jahre-Jubiläumstour. Foto: NDRDiamond bei seinem Hamburg-Konzert am 26. September 2017 im Rahmen der 50-Jahre-Jubiläumstour. Foto: NDRNatürlich ist auch Diamonds so markante Baritonstimme mit dem angerauten, kernigen Schmelz gealtert, leicht brüchig geworden, was bei seiner letzten (vorzeitig beendeten) Welttournee 2017 bereits deutlich erkennbar war. Doch im 80. Lebensjahr hat er noch einmal alle Register ziehen und sängerische Highlights darbieten können. Sein immer noch überaus kräftiger, ziemliche Höhen erreichbarer Gesang kommt auf dieser Edition insbesondere bei solchen Balladen wie „Hello Again",„Love On The Rocks" (Mundharmonika: Stevie Wonder!), „I Am...I Said", „Song Sung Blue", „Holly Holy", "I've Been This Way Before" und „Heartlight", aber auch bei rhythmisch betonten Titeln wie „America" und „Beautiful Noise" bestens zur Geltung. Letzterer Song über typische, aber angenehm empfundene Großstadtgeräusche - auf dem Album der schwungvolle Opener - bezaubert zudem durch wunderschöne barocke Trompeten-Tongirlanden. 

Zum 80. Geburtstag darf natürlich auch ein kurzer zusammenfassender Blick auf das Leben und Schaffen von Neil Diamond nicht fehlen. Der aus einer polnisch-russischen Einwandererfamilie jüdischen Glaubens stammende Neil Leslie Diamond schwärmte als Teenager für die Everly Brothers, Chuck Berry, Little Richard und natürlich Elvis Presley. Mit Barbra Streisand sang er im Schulchor. Zum 16. Geburtstag bekam er von seinem Vater, der ein kleines Ladengeschäft in Brooklyn betrieb, eine Gitarre geschenkt, die er dann begeistert spielen lernte. Doch schon bald versuchte er sich auch an eigenen Liedern. Das erste schrieb er 1958 für seine Freundin. Bis 1964 folgten mehrere Songs, die allerdings erfolglos blieben.

In den frühen Sechzigern verdingte sich der talentierte Autodidakt Diamond in New York bereits professionell als Songwriter für andere. Der Durchbruch kam 1965, als er seinen an den Beatles orientierten Titel „I’m A Believer“ der TV-Castingband „The Monkees“ überließ. Der rockige Song schoss an die Spitze der US-Charts, verkaufte sich rund 10 Millionen Mal – Neil Diamonds erster Welthit! Nun wollte er sich auch selbst als Sänger beweisen, und bereits 1966 gelang ihm mit der Single „Solitary Man“ sein erster eigener Knaller. Der flotte Song über den einsamen, eigenwilligen Mann, den Einzelgänger, wurde zum Markenzeichen des jungen Diamond, der daraufhin von einem späteren Biographen sogar das Etikett „Solitary Star“ erhielt. Kein Geringerer als Country-Legende Johnny Cash gab diesem Schlüsselsong Neil Diamonds im Jahre 2000 in seinem hochgelobten Alterswerk „American III: Solitary Man“ gleichsam die Weihe für die Ewigkeit.

Plakat eines früheren Konzerts des Weltstars in London. Foto: Manfred WeghenkelPlakat eines früheren Konzerts des Weltstars in London. Foto: Manfred WeghenkelNach „Solitary Man“ ging es Schlag auf Schlage weiter mit Diamond-Edelsteinen. „Cherry, Cherry“ erreichte bereits die Top Ten, und die Single „Cracklin’ Rosie“ war dann 1970 Neils erster Nr.1- Hit. Weitere Number Ones: Song Sung Blue (1972) und „You Don’t Bring Me Flowers“ (1978), das bekannte melancholische Duett mit Barbra Streisand über eine gescheiterte Liebesbeziehung. Ebenfalls Top-Ten-Hits wurden „Girl, You’ll Be A Woman Soon“, „Sweet Caroline“, „I Am… I Said”, “Longfellow Serenade”, “Holly Holy”, „Love On The Rocks“, “Hello Again”, “America” und „Heartlight“, wozu Diamond 1982 von Steven Spielbergs Science-Fiction-Film “E.T. – Der Außerirdische” inspiriert wurde. Nicht nur die “Monkees” landeten einen von Neil Diamond geschriebenen Welthit, sondern fast zwanzig Jahre später auch die britische Reggae Band UB 40, die „Red Red Wine“ 1983 in GB und in den USA auf Platz 1 der Charts hievte. Der Song handelt von einem, der seine Liebe verliert und den Kummer darüber in Rotwein ertränkt. Diamond bereicherte die Popmusik mit einigen der schönsten Love Songs überhaupt. Man denke z. B. an die ergreifende Ballade „Play Me“ von 1972 mit dem Refrain „You are the sun, I am the moon, You are the words, I am the tune, play me.” Der große Harry Belafonte hat sie emphatisch nachgesungen. Oder an den melodischen Song “The Story Of My Life” aus dem Jahre 1986, in dem es heißt: „The story of my life is very plain to read. It starts the day you came and ends the day you leave.”

In den Siebzigern knüpfte Diamond auch Beziehungen zum Film an. Für den überaus erfolgreichen, mit klassischen Elementen arbeitenden Soundtrack zur Verfilmung des existentialistischen Romanbestsellers „Jonathan Livingston Seagull“ („Die Möwe Jonathan“) von Richard Bach erhielt er 1974 den höchsten Musikpreis Grammy. Die Musik zu dem 1980 herausgekommenen Spielfim „The Jazz Singer“ stammt ebenfalls von Diamond, der an der Seite des berühmten britischen Mimen Sir Laurence Olivier auch die Hauptrolle spielte – einen jungen New Yorker Juden, der nicht mehr in der Synagoge singen, sondern Pop-Star werden will. Dieser Soundtrack u. a. mit den Hits „America“, „Hello Again“ und „Love On The Rocks“ erreichte die Nr. 1 der US-Billboard Charts. Die beiden Filme floppten damals allerdings, so dass sich Diamond aus dem Filmgeschäft wieder zurückzog. Doch 2001 ließ er sich von Regisseur Dennis Dugan noch einmal zu einem Gastauftritt in der Filmkomödie „Saving Silverman“ (bei uns: „Zickenterror – Der Teufel ist eine Frau“) überreden, in deren Mittelpunkt eine Neil-Diamond-Coverband steht.

Von Neil Diamond komponierte Songs finden sich außerdem in dem 1994 gedrehten Quentin-Tarantino-Kultstreifen „Pulp Fiction“, wo Urge Overkill eine gelungene Neuaufnahme von „Girl, You’ll Be A Woman Soon“ (1967) singt, sowie in dem computeranimierten Erfolgsfilm „Shrek – Der Tollkühne Held“ (2001); dort rocken die Band „Smash Mouse“ und Eddie Murphy mit „I’m A Believer“ heftig ab. In mindestens zehn weiteren US-Spielfilmen erklingen ebenfalls Hits von Diamond.

Kaleidoskop seiner zahlreichen Musikalben.Kaleidoskop seiner zahlreichen Musikalben.Auch wenn Neil Diamond seine größten Chart-Erfolge von Mitte der 1960-er bis Anfang der 1980-er Jahre feierte, auch danach brachte er in schöner Regelmäßigkeit bemerkenswerte Alben heraus, so 1986 Headed for the Future, 1988 The Best Years of Our Lives, 1991 Lovescape, 1993 Up on the Roof, 1996 Tennessee Moon, 1998 The Movie Album: As Time Goes By, eine Doppel-CD mit meisterhaft gesungenen 20 unvergänglichen Hollywood-Melodien. Nach der Jahrtausendwende leitete der Singer/Songwriter eine neue Schaffensperiode ein, indem er wieder Alben mit ausschließlich eigenen Songs veröffentlichte. Die 2001 erschienene CD „Three Chord Opera“ war vom Sound her insgesamt noch ein wenig traditionell verhaftet und wohl deshalb kein großer Renner. Doch dann tat er sich mit dem Starproduzenten Rick Rubin, der schon das Spätwerk von Johnny Cash erfolgreich betreut hatte, zusammen.

Rubin erreichte, dass Diamond von den früher oftmals überproduzierten Arrangements abließ und sich wieder ganz auf seine kompositorischen und stimmlichen Stärken konzentrierte. Und siehe da, die puritanisch angelegten, ohne soundtechnischen Schnickschnack produzierten Alben „12 Songs“ von 2005 und „Home Before Dark“ von 2008 erreichten wieder den Chart-Himmel; letzteres verdrängte sogar Madonna von Platz 1. Ein großer später Triumph für den „Altmeister“ Neil Diamond, dem es nun erstmals in seiner Halbjahrhundert-Karriere gelungen war, die Nr.1 in den Alben-Charts zu entern. Auch die 2009 veröffentlichte Doppel-CD „Hot August Night/NYC“, ein Live-Mitschnitt seines bisherigen Oeuvres aus dem New Yorker Madison Square Garden, platzierte sich wieder an der Spitze (Platz 2) der US-Charts. Im November 2010 kam das von ihm diesmal allein produzierte Album „Dreams“ mit filigran neu arrangierten und anrührend gesungenen Rock- und Popklassikern von den Beatles über Randy Newman bis zu Leonard Cohen heraus. 2014 veröffentlichte er als 32. Studioalbum „Melody Road", das neben dem entspannten Titelsong noch einmal einige sängerische Highlights, wie „Something Blue", „Nothing But A Heartache" und „In Better Days",  enthält.

Immer wieder begeisterte der US-Superstar auf Welttourneen in stets ausverkauften riesigen Konzerthallen und Sportarenen Heerscharen von Fans und Verehrern der verschiedensten Altersgruppen. Denn Diamond mit seiner eigenen Band war ja stets auch ein begnadeter, mit voller Inbrunst agierender Live-Performer und Entertainer. Seine letzte World Tour 2017 stand ganz im Zeichen seines 50-jährigen Bühnenjubiläums. Wirklich schade, dass diese Ära nun vorbei ist.

Neil Diamond hat bislang sage und schreibe 46 Studio-, Konzert-, Weihnachts- und Filmmusik-Alben sowie eine Vielzahl von Best-of-Kompilationen und Singles veröffentlicht und damit mehr als 130 Millionen Tonträger herausgebracht. Er ist Grammy-Preisträger, hat einen Platz in der Rock and Roll Hall of Fame, einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und weitere hohe Auszeichnungen. So bekam er für sein herausragendes Lebenswerk als Singer/Songwriter  2018 den Grammy Lifetime Achievement Award.

Ausdruck seiner enormen musikalischen Ausstrahlung und Anziehungskraft ist nicht zuletzt, dass er zu den meistgecoverten Songschöpfern überhaupt gehört. Elvis Presley, Frank Sinatra, Harry Belafonte, Johnny Cash, Glen Campbell, Cliff Richard, Karel Gott, Ronan Keating, David Hasselhoff, Tom Astor, Chris Norman, DJ Ötzi, Barbra Streisand, Shirley Bassey, Dahlia Lavi, Sarah Brightman, die Bands The Monkees, Deep Purple, Les Humphries Singers, UB 40 und U 2, die Opernsänger Andrea Bochelli und Rolando Villazon sowie viele namhafte Orchester - sie alle und noch viele andere renommierte Künstler haben Pop- und Rocksongs aus der Feder von Neil Diamond (teilweise sogar mit ihm im Duett) gesungen bzw. noch heute im Repertoire.

Bei allen Riesenerfolgen über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg, der strahlende Fixstern am Pop- und Rockhimmel Neil Diamond polarisiert auch. Kritiker meinten es nicht immer gut mit ihm, was an oberflächlich verabreichten Etiketten wie „Leichtmatrose ohne Tiefgang“, Mainstream-Mann", „Schmuse-Barde“ oder „Weichspüler“  ablesbar ist. Diamond wehrte sich mehrfach gegen sein angebliches Softie-Image. Der deutschen Zeitschrift Classic Rock Heft (01 / 2011) vertraute er an: „Die Leute meinen immer, ich wäre ein Softie - dabei habe ich mehr Rock ’n’ Roll in mir als manch anderer.“ Auch bei den zumeist jüngeren Musikredakteuren in Funk und Fernsehen spielt Diamond hierzulande leider nicht die ihm eigentlich gebührende Rolle. Ein zweifellos tieferes Verständnis ist bei Karin Thieme zu finden, die in ihrem Essay „Neil Diamond: In seiner Seele Musik" einfühlsam schrieb: „Der echte Neil Diamond kann nur in der Schönheit seiner Musik und Texte entdeckt werden. Seine Lieder entführen den Hörer in eine sehr persönliche Welt der Gefühle, in der man mit sich alleine, aber niemals einsam ist. Schnell wird man in den Bann des Poeten gezogen." Generell heißt es in dem beim renommierten Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf 2005 herausgekommenen Neil-Diamond-Bildband von Didi Zill: „Neil Diamond zählt zu den erfolgreichsten Künstlern aller Zeiten.“

Ohne Zweifel: Neil Diamond,  Urgestein und Ikone der globalen Popularmusik, spielt in der obersten Liga seiner Zunft. Als Singer/Songwriter gehört er zur Königsklasse des Showbusiness und Entertainments. Ein Geheimnis für seinen großen, lang anhaltenden Erfolg ist zweifellos das perfekte Zusammenspiel von facettenreicher, eingängiger Musik, poetisch-subtilen Texten und markanter, wandlungsfähiger Baritonstimme. Zudem bedient er ein breitgefächertes, genreübergreifendes Spektrum: Pop, Rock, Folk, Country, Reggae, Easy Listening, Jazz, Musical, Filmmusik und manches andere. In ein Schubfach lässt er sich jedenfalls nicht stecken. Noch etwas: Diamond hat weitgehend künstlerische Extreme vermieden. Sein Konzept ist die Middle of the Road-Musik, also der goldene Mittelweg, was keineswegs  mit Mainstream gleichuzusetzen ist. Und schließlich dürfte er auch deshalb hohes Ansehen genießen, weil er  alles in allem sauber und skandalfrei geblieben ist. Für die bunte Presse war er nicht der Bringer. Das mag für manche langweilig klingen, ist aber auch nicht das Schlechteste für einen seriösen Kunstschaffenden.

Notabene: Eigentlich wollte der Ausnahmekünstler, der Solitär, die lebende Pop-Legende  Neil Diamond ja Arzt werden. Doch schon nach wenigen Semestern brach er das Medizinstudium ab, weil er sich doch mehr zur Musik hingezogen fühlte. Sicher ein Glücksfall für Liebhaber der Tonkunst. Nun ja, das Heilen wurde in einem anderen Sinne zu seiner Herzenssache; lautet doch sein mehrfach betontes Credo: „Musik hat die Kraft zu heilen." Vielleicht trifft das ja sogar auf ihn selbst zu. Good Day Today! All The Best!

 

Weitere Informationen: 

www.neildiamond.com

 

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